Systemsprenger

Filmplakat: Systemsprenger

Benni spürt, dass sie anders ist, doch sie und alle anderen können daran nichts ändern. Die 9-Jährige sprengt das System mit ihren unkontrollierten Wutanfällen und niemand kommt wirklich mit ihr zurecht. Vor allem ihre eigene Mutter hat große Probleme mit ihr, da sie Bennis Energie nicht standhält. Zwischen Pflegefamilien und staatlichen Einrichtungen versucht sie, zur Ruhe zu kommen, aber wie soll dies ohne Bindungen funktionieren? Die Verantwortlichen im Sozialsystem haben tausend Ideen, doch irgendwann sind auch die erschöpft und sogar andere Kinder wollen nichts mit ihr zu tun haben. Erst als sie mit ihrem Schulbegleiter für drei Wochen im Wald lebt, beginnt sie sich vorsichtig zu öffnen. Doch einmal Systemsprenger, immer Systemsprenger? Der Film begleitet Benni sehr nah auf der Reise durch ihre Welt und verschafft detaillierte Einblicke in ihre Beziehungen zu dieser. Dabei schafft es Helena Zengel, die Benni spielt, auf beeindruckende Weise Wut, Aggression und Verletzlichkeit zu vereinen und auszudrücken. So wird eine intensive Atmosphäre geschaffen, in der Mitgefühl und Unverständnis ihren Raum finden und es entstehen wunderschöne, nicht künstlich wirkende Momente. Besonders die taktgebende Musik hilft gemeinsam mit der Kamera, welche es hervorragend schafft, Bennis Aggressionen und Traumata einzufangen, und viel mit Kontrasten spielt, eine Achterbahn der Gefühle zu erschaffen, die einen nicht so schnell wieder loslässt. Deswegen bleibt dieser Film lange im Gedächtnis. Wir empfehlen diesen besonders mitreißenden Film generell ab 14, frühestens jedoch ab 13 Jahren, da er beeindruckend intensiv auf die Handlungsunfähigkeit der Gesellschaft hinweist, über die viel zu selten geredet wird und mit dem sich nicht nur Erwachsene auseinandersetzen sollten. Allerdings empfehlen wir (besonders jüngeren Zuschauer*innen) diesen Film mit einem Elternteil zu schauen, vor allem, weil er eine Geschichte erzählt, die auch sie kennen sollten.

mitreißend
emotional
hektisch
realistisch
intensiv

Gattung:Drama
Regie:Nora Fingscheidt
Darsteller:Helena Zengel; Albrecht Schuch; Gabriela M. Schmeide; Lisa Hagmeister; Melanie Straub; Victoria Trauttmansdorff; Maryam Zaree; Tedros Teclebrhan; Julia Becker; Roland Bonjour; Till Butterbach; Gisa Flake; Axel Werner; Matthias Brenner; Steffi Kühnert
Drehbuch:Nora Fingscheidt
Kamera:Yunus Roy Imer
Schnitt:Stephan Bechinger; Julia Kovalenko
Musik:John Gürtler
Länge:118 Minuten
Kinostart:19.09.2019
VÖ-Datum:20.02.2020
Verleih:Port au Prince Pictures
FSK:12
Förderer:MBB; DFFF; KJDF; FFHSH; Nordmedia; Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien
Elterninfos:FSK: Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) ist damit beauftragt, auf Basis des Jugendschutzgesetzes (JuSchG) zu prüfen, für welche Altersstufen ein Film keine gefährdende Wirkung hat (0, 6, 12, 16 und 18 Jahren). Die FSK-Ausschüsse sprechen Freigaben nach der gesetzlichen Vorgabe aus, dass Filme und andere Trägermedien, die "geeignet sind, die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen oder ihre Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu beeinträchtigen", nicht für ihre Altersstufe freigegeben werden dürfen (§ 14 Abs. 1 JuSchG). Ergänzend zur gesetzlichen Altersfreigabe der Jugendschutz-Experten der FSK spricht die Jugend Filmjury der FBW Filmempfehlungen und Alterseinschätzungen aus. Damit geben die Jurys Hinweise, ab wann ein Film für Kinder geeignet ist. Dies soll Eltern und Kindern bei der Auswahl altersgemäßer Filme helfen, als auch Orientierung geben hinsichtlich ihrer individuellen Ansprüche.
Webseite:systemsprenger-film.de
FSK Website:fsk.de;

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