Platzspitzbaby

Filmplakat: Platzspitzbaby

Was würdest du tun, wenn deine Mutter keine Zeit für dich hätte? Wenn Drogen für sie am wichtigsten wären? Wenn sie dir immer wieder Versprechen gibt, aber sie jedes Mal bricht? Infolge der Auflösung der offenen Drogenszene auf dem Platzspitz in Zürich ziehen die 11-jährige Mia und ihre drogenabhängige Mutter in eine kleine Gemeinde. Alles soll besser werden und irgendwann, irgendwann fahren die beiden bestimmt auf die Malediven. Doch ihre Mutter schafft es nicht lange sauber zu bleiben, da die Drogenszene auch hier in diesem “scheiß Kaff” auf sie wartet. Zu allem Überfluss ist Mias Vater auch noch in Zürich geblieben, weshalb sie sich alleine um ihre Mutter kümmern muss. Langsam werden die beiden in einen Strudel aus Unsicherheit, Misstrauen und Abhängigkeit gezogen. Mia muss entscheiden, wie sie ihrer Mutter am besten helfen kann. Weggehen oder Bleiben? Offen bespricht der Film, der “allen Kindern, die vergessen gingen” gewidmet ist, wie es vielen Familien der Drogenszene geht. Schonungslos zeigt er dabei den Verfall Abhängiger und ihrer Angehörigen. Überzeugend verkörpern die Darsteller ihre Rollen und schaffen gemeinsam ein bedrückendes Bild, das vor allem Filmfans, die sich zum ersten Mal mit diesem Thema auseinandersetzen, erschreckt und gleichzeitig nachdenklich stimmt. Doch während der Film dieses überaus wichtige Thema berührend bespricht, dämpft die Inszenierung unsere Begeisterung für ihn ab. So sind beispielsweise Farben in einem eher für das Fernsehen typischen flachen, farblosen Look dargestellt, der aber zu der Stimmung passt und so mancher Nebenfigur wird leider nicht genug Platz eingeräumt. Zudem schafft die deutsche Synchronisation es leider nicht immer, die starken Emotionen zu übersetzen. Wir empfehlen diesen Film ab 13 Jahren und raten besonders Kindern und Jugendlichen, die bisher kaum Kontakt mit dem Thema hatten, ihn gemeinsam mit einer Vertrauensperson zu schauen, um über die düsteren Situationen des Filmes sprechen zu können. 

traurig
bedrückend
unangenehm
erschreckend
nachdenklich

Elterninfos:FSK: Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) ist damit beauftragt, auf Basis des Jugendschutzgesetzes (JuSchG) zu prüfen, für welche Altersstufen ein Film keine gefährdende Wirkung hat (0, 6, 12, 16 und 18 Jahren). Die FSK-Ausschüsse sprechen Freigaben nach der gesetzlichen Vorgabe aus, dass Filme und andere Trägermedien, die "geeignet sind, die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen oder ihre Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu beeinträchtigen", nicht für ihre Altersstufe freigegeben werden dürfen (§ 14 Abs. 1 JuSchG). Ergänzend zur gesetzlichen Altersfreigabe der Jugendschutz-Experten der FSK spricht die Jugend Filmjury der FBW Filmempfehlungen und Alterseinschätzungen aus. Damit geben die Jurys Hinweise, ab wann ein Film für Kinder geeignet ist. Dies soll Eltern und Kindern bei der Auswahl altersgemäßer Filme helfen, als auch Orientierung geben hinsichtlich ihrer individuellen Ansprüche.
Webseite:
FSK Website:fsk.de;

Mit dem Filmwecker erfährst Du, wann der Film in einem Kino in Deiner Nähe läuft:
Ein Service von kino-zeit.de