Die Adern der Welt

Filmplakat: Die Adern der Welt

Unser Planet wird durchzogen von Abertausenden Kilometern aus Gold, den Adern der Welt. Als in der mongolischen Steppe das Leben im Einklang der Natur der Familie von Amra von röhrenden Motoren zerstört wird, stellt sich sein Alltag auf den Kopf. Im titelgebenden Lied singt er: “Wenn die letzte Goldader aus dem Boden gezogen / Erwachen die Dämonen.” Seine Mutter würde die geringe Entschädigung lieber annehmen und ein Leben in der Stadt beginnen, doch sein Vater kämpft für seine Heimat und organisiert den Widerstand gegen die Ausbeutung durch die internationalen Minengesellschaften. Hin und hergerissen zwischen der Wahrung der Tradition und dem vielversprechenden Leben in der Großstadt, wächst er auf und fragt sich, was es heißt Nomade zu sein. Inmitten dieser Welt bekommt Amra die Chance, bei Mongolia’s Got Talent aufzutreten und beginnt zu begreifen, welche Folgen der Raubbau für ihn haben könnte. Einfühlsam gibt uns der Film Einblicke in das nomadische Leben und regt dazu an, den eigenen Lebensstil zu hinterfragen. Denn mit ausdauernden und wunderschönen Aufnahmen der mongolischen Steppe schafft er es, auf atemberaubende Weise das Lebensgefühl der Nomaden einzufangen. Doch damit setzt er auf eine andere Erzählweise als die meisten aktuellen Filme und es verschwimmen die Grenzen zwischen Fiktion und Dokumentation. Durch diesen Ansatz ist der Film für jüngere Zuschauer*innen unter Umständen zu langsam erzählt, doch wer sich auf die Erzählung einlässt, kann die ruhige Geschichte in vollen Zügen genießen. DIE ADERN DER WELT hinterfragt unsere Gesellschaft, in der immer weniger Zeit für das eigentlich Wichtige bleibt. Für die Heimat und dem Zusammenhalt der Familie kann man sich schon einsetzen, lange bevor eine Katastrophe diese zerstört. Dieser Widerstand, der die Erzählung dominiert, zeigt, dass der Kampf für die eigene Heimat, auch wenn es ein David-gegen-Goliath-Kampf zu sein scheint, es wert ist, ausgetragen zu werden. Die Adern werden unwiederbringlich zerstört, Traditionen verdrängt, betroffene Familien wissen nicht zu reagieren und Kinder zur Arbeit in gefährlichen Minen verleitet. Dies alles wird im Film emotional erzählt. Der Film lässt sich Zeit, die wunderschöne Landschaft auf den*die Zuschauer*in wirken zu lassen. Die ästhetische Kameraführung sowie Farbpalette sorgen für ein visuelles Erlebnis, das man auf der großen Leinwand unbedingt sehen sollte. Obwohl “Die Adern der Welt” langsam erzählt wird, schafft er es, mit seinen Figuren und dem wichtigen Thema zu überzeugen und empfehlen ihn für alle Filmfans ab elf Jahren.

ruhig
politisch
ästhetisch
emotional
kulturell

Elterninfos:FSK: Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) ist damit beauftragt, auf Basis des Jugendschutzgesetzes (JuSchG) zu prüfen, für welche Altersstufen ein Film keine gefährdende Wirkung hat (0, 6, 12, 16 und 18 Jahren). Die FSK-Ausschüsse sprechen Freigaben nach der gesetzlichen Vorgabe aus, dass Filme und andere Trägermedien, die "geeignet sind, die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen oder ihre Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu beeinträchtigen", nicht für ihre Altersstufe freigegeben werden dürfen (§ 14 Abs. 1 JuSchG). Ergänzend zur gesetzlichen Altersfreigabe der Jugendschutz-Experten der FSK spricht die Jugend Filmjury der FBW Filmempfehlungen und Alterseinschätzungen aus. Damit geben die Jurys Hinweise, ab wann ein Film für Kinder geeignet ist. Dies soll Eltern und Kindern bei der Auswahl altersgemäßer Filme helfen, als auch Orientierung geben hinsichtlich ihrer individuellen Ansprüche.
Webseite:
FBW Website:und das sagen die Erwachsenen
FSK Website:fsk.de;

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