Deutschstunde

Filmplakat: Deutschstunde

Um 1950 befindet sich der 20-jährige Siggi in einer Strafanstalt und schreibt aus Anlass einer Deutschstunde zu dem Thema „Die Freuden der Pflicht“ seine Lebensgeschichte auf, die im Film erzählt wird. Dabei wechseln sich Szenen aus Siggis Kindheit und seinem Aufenthalt in der Anstalt ab. Der elfjährige Siggi wächst zu Beginn des 2. Weltkriegs in einem kleinen Dorf an der Nordseeküste auf und steht unter dem starken Einfluss seines sehr pflichtbewussten Vaters, der als Polizist die Befehle aus der Hauptstadt in dem Dorf bedingungslos ausführt. Siggis Patenonkel Max ist Maler, dessen Bilder von den Nationalsozialisten als entartet bezeichnet werden, weshalb es ihm verboten ist zu malen. Der Junge steht immer wieder zwischen seinem Vater, der ihn aus seiner Sicht zu einem guten, pflichtbewussten und brauchbaren Menschen machen will und Max, der ihn Kunst und Ausdruck von Gefühlen sowie Verständnis lehrt. Diesen Konflikt kann er nicht verarbeiten, was schließlich dazu führt, dass er in eine Strafanstalt eingewiesen wird. Wir geben der Verfilmung des Klassikers DEUTSCHSTUNDE von Siegfried Lenz 5 Sterne, da sie mit interessanten Mitteln eine wertvolle und mitnehmende Geschichte aus der Zeit des 2. Weltkriegs erzählt. Die Atmosphäre des Films lebt von der klug eingesetzten Musik und den intensiven Naturgeräuschen sowie von der Weite des Wattenmeeres und von der bedrückenden Stimmung der niedrigen und dunklen Räume der Häuser. Die sehr ruhige Kameraführung und die recht dunkle und triste Farbgestaltung betonen die schwere Grundstimmung des Films. Nur die farbigen Bilder des Malers heben sich von der Tristesse ab. Die Auswahl der Drehorte hat uns gut gefallen, da sie den Inhalt sowie die Zeit widerspiegeln. Zudem ist die schauspielerische Leistung der Protagonist*innen (vor allem die der jüngeren) sehr überzeugend, da sie die gewichtige Handlung und die intensiven Emotionen sehr ergreifend und lebendig vermitteln. Wir empfehlen den Film ab 15 Jahren, da gewalttätige und schwere Bilder zu sehen sind, und zum Verständnis Vorwissen über den Nationalsozialismus erforderlich ist.

traurig
berührend
spannend
realitätsnah
ergreifend

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Gattung:Spielfilm; Drama
Regie:Christian Schwochow
Darsteller:Tom Gronau; Levi Eisenblätter; Tobias Moretti; Ulrich Noethen; Maria Dragus; Louis Hofmann; Sonja Richter; Johanna Wokalek
Drehbuch:Heide Schwochow
Buchvorlage:Siegfried Lenz
Kamera:Frank Lamm
Schnitt:Jens Klüber
Musik:Lorenz Dangel
Länge:125 Minuten
Kinostart:03.10.2019
Verleih:Wild Bunch
FSK:12
Elterninfos:FSK: Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) ist damit beauftragt, auf Basis des Jugendschutzgesetzes (JuSchG) zu prüfen, für welche Altersstufen ein Film keine gefährdende Wirkung hat (0, 6, 12, 16 und 18 Jahren). Die FSK-Ausschüsse sprechen Freigaben nach der gesetzlichen Vorgabe aus, dass Filme und andere Trägermedien, die "geeignet sind, die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen oder ihre Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu beeinträchtigen", nicht für ihre Altersstufe freigegeben werden dürfen (§ 14 Abs. 1 JuSchG). Ergänzend zur gesetzlichen Altersfreigabe der Jugendschutz-Experten der FSK spricht die Jugend Filmjury der FBW Filmempfehlungen und Alterseinschätzungen aus. Damit geben die Jurys Hinweise, ab wann ein Film für Kinder geeignet ist. Dies soll Eltern und Kindern bei der Auswahl altersgemäßer Filme helfen, als auch Orientierung geben hinsichtlich ihrer individuellen Ansprüche.
FBW Website:und das sagen die Erwachsenen
FSK Website:;

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