– Andra Beykirch

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Der Mann, der seine Haut verkaufte

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Filmplakat: Der Mann, der seine Haut verkaufte

Der Film DER MANN, DER SEINE HAUT VERKAUFTE ist Teil eines kuratierten Programmes. Er wurde von der Kinojugendjury der Filmkunstmesse Leipzig (FKM) als einer der drei relevantesten Filme der diesjährigen Messe ausgewählt und vorgestellt. Die Bewertung wurde von Andra, 18 Jahre, verfasst.

Was ist es, was uns zu lebendigen, freien Menschen macht? („große Frage, ich weiß“) Erschreckend, wie man durch die Abwesenheit von gezeigter Menschlichkeit und Empathie unerwartet viel über ebenjene Dinge lernt. Nie hätten wir das vor diesem Film erwartet. Wenn Objekten mehr Freiheit gestattet wird als Menschen, wie es in diesem Film der Fall ist, dann ist etwas ernsthaft falsch mit einer Welt. „Etwas läuft ernsthaft falsch“ war unser allgemein stets präsenter Gedanke während DER MANN, DER SEINE HAUT VERKAUFTE. „Etwas läuft ernsthaft falsch“, denken wir bei all den Museumswärtern und Auktionsleitern, die keine Empathie mehr übrig zu haben scheinen. Bewegte Bilder haben (manchmal) direkten Zugang zu unseren Emotionen. Dann weinen wir oder bekommen das Grinsen nicht mehr aus unserem Gesicht. Oder wir fühlen uns unwohl. Etwas läuft ernsthaft falsch. Ich fühlte mich unwohl und Sam Alis Schrei sprach mir direkt aus dem Herzen. Wir wünschen uns, dass so viele Menschen wie möglichen sich einen Eindruck von diesem Film machen können, in dem nebenbei bemerkt, jede zweite Einstellung so vollkommen ist, dass man den Drang unterdrücken muss, sie zu fotografieren. Ich schätze, das ist die Definition von Ästhetik. Manchmal haben wir das Gefühl, dass die Jugend zu einem oft unterschätzten Publikum gehört. Wir, all die Jugendjurys in den Jahren zuvor, hier und andernorts, sind der lebende Beweis, dass gutes Kino etwas ist, in dem auch U18 Jährige mit Hormonüberschuss einen Wert sehen. Im Kino sorgen wir uns um Menschen, die wir nicht kennen, brechen aus unserer Komfortzone aus, ohne auch nur einen Schritt zu tun, denken über Dinge nach, über die wir nie nachgedacht hätten, lernen Dinge, die Schule nicht beibringen kann. Und gutes Kino soll nicht wichtig für die Entwicklung eines jungen Menschen sein? DER MANN, DER SEINE HAUT VERKAUFTE ist mehr als gutes Kino, es ist eine Geschichte, über die jeder nachgedacht haben sollte und bitte entschuldigen Sie die abgenutzte Formulierung: Es ist ein Muss. „Etwas ist ernsthaft falsch“, wir wünschen diese Erkenntnis so vielen Menschen wie möglich.

– Andra Beykirch


Gattung:Drama
Regie:Kaouther Ben Hania
Darsteller:Yahya Mahayni; Dea Liane; Monica Bellucci; Koen De Bouw; Darina Al Joundi
Drehbuch:Kaouther Ben Hania
Kamera:Christopher Aoun
Schnitt:Marie-Hélène Dozo
Musik:Amine Bouhafa
Länge:104 Minuten
Kinostart:24.02.2022
Verleih:[eksystent distribution] filmverleih
FSK:12
Förderer:MBB; Eurimages
Elterninfos:FSK: Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) ist damit beauftragt, auf Basis des Jugendschutzgesetzes (JuSchG) zu prüfen, für welche Altersstufen ein Film keine gefährdende Wirkung hat (0, 6, 12, 16 und 18 Jahren). Die FSK-Ausschüsse sprechen Freigaben nach der gesetzlichen Vorgabe aus, dass Filme und andere Trägermedien, die "geeignet sind, die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen oder ihre Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu beeinträchtigen", nicht für ihre Altersstufe freigegeben werden dürfen (§ 14 Abs. 1 JuSchG). Ergänzend zur gesetzlichen Altersfreigabe der Jugendschutz-Experten der FSK spricht die Jugend Filmjury der FBW Filmempfehlungen und Alterseinschätzungen aus. Damit geben die Jurys Hinweise, ab wann ein Film für Kinder geeignet ist. Dies soll Eltern und Kindern bei der Auswahl altersgemäßer Filme helfen, als auch Orientierung geben hinsichtlich ihrer individuellen Ansprüche.
FSK Website:fsk.de;

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